Statistik.NRW veröffentlicht jährlich die Unfallzahlen aller deutschen Gemeinden. Die Informationen werden von den Polizeidienststellen bereitgestellt und beziehen sich auf alle polizeilich gemeldeten Verkehrsunfälle mit Personenschaden.
Es ist davon auszugehen, dass die Statistiken Unfälle mit Todesfolge und schweren Verletzungen vollumfänglich erfassen. Bei Unfällen mit leichten Verletzungen ist von einer Dunkelziffer auszugehen, da solche nicht stets polizeilich gemeldet werden.
Zu jedem Unfall ist der Typ der beteiligten Fahrzeuge vermeldet (zu Fuß, Fahrrad, PKW, LKW, Krad) sowie die Art des Unfalls ob es sich zum Beispiel um einen Fehler beim Abbiegen, Frontalkollision oder Kollision mit ruhendem Fahrzeug handelt. Die Kategorien passen nicht immer gut zu fußläufigen Personen oder radfahrenden. Leider ist nicht festgehalten, ob Alkohol im Spiel war oder wer der Beteiligten Schuld hatte.
Bild 1 unten verlinkt eine interaktive Karte mit allen von der Polizei gemeldeten Unfälle der Jahre 2016 bis 1925 in Schwabach.
Schlimme PKW- und LKW-Unfälle häufen sich auf der A6 und der Autobahn-ähnlich ausgebauten B2. Innerorts sind die Leidtragenden eher FußgängerInnen und Radfahrende wie Bild 2 zeigt.

Besonders erschreckend sind dies Zahlen angesichts des Schwabacher Modal-Splits mit geringen Anteil Personen die zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sind. Siehe auch die Betrachtungen in den Nachfolgenden Abschnitten.
Städtevergleich
Mit Hilfe von offiziellen Statistiken werden im folgenden Deutsche Städte ab 25.000 Einwohner verglichen. Hinzugezogen wurden die folgenden Information:
- Polizeiliche Unfallstatistik von Statistik.NRW 2016 – 2025
- Gemeindeverzeichnis des Statistisches Bundesamt
- Mobilität in Deutschland MiD 2023
Aus den drei Publikationen wurde für jede Deutsche Gemeinde folgende Werte entnommen:
- Einwohnerzahl
- Anzahl Unfallopfer nach Kategorie (tot, schwerverletzt, leichtverletzt) der erfassten Jahrgänge
- Modal-Split Anteil des jeweiligen Verkehrsmittels
Aus diesen Werten wurden dann nach folgender Formel die inverse zu erwartende Unfallwahrscheinlichkeit einer jeden Gemeinde in Deutschland ermittelt:
Dauer = Einwohner * Modal-Split / (Opferzahl-pro-Jahr)
Klingt auf dem ersten Blick kompliziert, sagt aber nichts anderes aus wie viel Jahre es dauert bevor einen Einwohner solch ein Ereignis trifft.
Beispiel für eine Stadt mit 100.000 Einwohner und 200 leichtverletzte Fußgänger im Jahr bei einem Modal-Split von 10% ergibt fünfzig Jahre. Das heißt, dass es statisch jeden zu Fuß gehenden Bewohner einmal in seinem Leben (50 Jahre) treffen wird.
Im weiteren werden Rad- und Fuß-Verkehr näher betrachtet. Der motorisierte Individualverkehr wäre auch interessant, wird jedoch durch die jeweilige Autobahn-Situation hochgradig verfälscht. Hier wären weitere umfangreiche Arbeiten zum Bestimmen der Straßenkategorie notwendig.
Vergleich Radverkehr
Bild 3 zeigt die Verteilung berechnet nach obiger Formel und sortiert nach der Häufigkeit der Schwerverletzten.

Die Unterschiede erscheinen wegen der logarithmischen Darstellung gering, unterscheiden sich aber um den Faktor fünf bis zehn. Die Sortierung nach Schwerverletzte wurde gewählt, da dort von einer fast vollständigen Erfassung durch die Polizei ausgegangen werden kann. Der obere Graph von Unfällen mit tödlichem Ausgang zeigt erhebliche Quantisierungsfehler, da insbesondere bei kleineren Gemeinden nur kleine Zahlen vorkommen. Bei den leichtverletzten ist von einer erheblichen Dunkelziffer auszugehen, da bei weitem nicht alle Unfälle dieser Art von der Polizei erfasst werden.
Von den 515 Gemeinden über 25.000 Einwohner belegt die Stadt Schwabach mit Platz 459 einen der letzten Plätze. Unter Annahme von 50 aktiven Jahren bedeutet dass:
- Leichtverletzt 1:95 Jahre, das heißt dass es trotz Dunkelziffer in dieser Kategorie jeden zweiten erwischt
- Schwerverletzt 1:400 Jahre – also jeden achten
- tödlich 1:6400 Jahre – entspricht einen von 120
Rohdaten und ermittelte Werte aller Städte:
Vergleich Fußgänger
Bei der Statistik der schwerverletzten Fußgänger und Fußgängerinnen liegt Schwabach mit Position 233 von 515 im Mittelfeld. Bei Unfällen mit Todesfolge reicht es nur für Platz 346.

Städtevergleich
In diesem Kapitel werden ein paar Städte der näheren Umgebung exemplarisch gelistet. Als Unfallwert wird hier die Wahrscheinlichkeit angegeben, dass es eine Person trifft die das betreffende Fortbewegungsmittel nutzt.
| Schwabach | Erlangen | Roth | |
|---|---|---|---|
| Einwohner | 40702 | 116450 | 25473 |
| Radverkehr 🞂 Anteil Modal Split | 7.9% | 27.5% | 12.7% |
| 🞂 Todesfolge | 1:160 | 1:1600 | 1:640 |
| 🞂 Schwerverletzt | 1:8 | 1:20 | 1:13 |
| 🞂 Leichtverletzt | 1:2 | 1:3 | 1:5 |
| Fußverkehr 🞂 Anteil Modal Split | 27.5% | 25.1% | 28.4% |
| 🞂 Todesfolge | 1:560 | 1:5800 | 0 |
| 🞂 Schwerverletzt | 1:90 | 1:100 | 1:75 |
| 🞂 Leichtverletzt | 1:20 | 1:20 | 1:40 |
Obige Tabelle zeigt eine ähnliche Verteilung bei den leicht Verletzten FußgängerInnen und RadfahrerInnen. Auch liegen die schwerverletzten Fußgänger Schwabachs im Rahmen des Städtevergleichs.
Aus dem Rahmen fallen die Schwabacher Unfallzahlen mit Todesfolge sowie die schwerverletzten RadfahrerInnen. Absolut handelt es sich hier um neun Todesopfer und 75 Schwerverletzte im Laufe von zehn Jahren (siehe Bild 2).
