| Der folgenreiche Unglücksfall in der Schwabacher/Rednitzhembacher Sondermüll- Verbrennungsanlage wird wohl die verschiedensten Gremien noch lange Zeit beschäftigen. Und es werden mit Sicherheit und auch mit Nachdruck Forderungen erhoben, die Anlage alsbald zu schliessen. Zwei Dinge hat der Zwischenfall, dessen gesamte Auswirkungen noch nicht abschliessend dargestellt werden können, wieder einmal in aller Deutlichkeit vor Augen geführt: Zum einen ist im "Falle eines Falles" auf die Hilfskräfte Verlass: In wenigen Minuten war am Montagvormittag ein Großaufgebot an Feuerwehrleuten und Sanitätern zur Stelle, Polizeibeamte riegelten in kürzester Zeit die Zufahrtsstraßen zu Anlage ab. Das Sicherheitskonzept, nach leidvollen Erfahrungen vergangener Jahre immer weiter optimiert, hat zumindest in der ersten Phase funktioniert. Doch die gestrige Betriebsversammlung bei der Firma Leupold hat Ungereimtheiten zu Tage treten lassen, die dringend hinterfragt und aufgeklärt werden müssen. Denn schliesslich handelt es sich bei der Sondermüll-Verbrennungsanlage nicht um einen x-beliebigen Betrieb, sondern hier wird mit hochbrisantem Material gearbeitet. Darauf zu setzen, dass man ein hoch effektives Sicherheitssystem erarbeitet hat, bringt nicht; immer wieder hat es "Warnschüsse" gegeben, ist es zu Unfällen gekommen. Keine Zeit zum Warnen Andererseits ist durch die Geschehnisse am Montagvormittag wieder einmal sehr klar geworden, dass die Sondermüllverbrennungsanlage einfach an der falschen Stelle steht. Das beste Sicherheitskonzept ist eben auch darauf angewiesen, dass man nach einem Unglück zumindest einige Minuten Zeit hat, um Anwohner zu warnen. Und genau dies ist hier, im dichtbesiedelten Grenzgebiet zwischen Schwabach und Rednitzhembach, eben nicht möglich. Nach der Verpuffung trat womöglich hochgiftiger Rauch aus, da der Notkamin geöffnet werden musste. Durch das regnerische Wetter prasselten die problematischen Stoffe in unmittelbarer Nähe der Anlage nieder. Über die genauen Auswirkungen wird man sicher noch informiert werden. Und man wird sicher auch wieder in Diskussionen über ein "Aus" für die Verbrennung an einer derart problematischen Stelle eintreten müssen. |